Was ein Shopify-Shop wirklich kostet

Die Frage kommt in jedem Erstgespräch, meistens in den ersten fünf Minuten. Die ehrliche Antwort ist unbefriedigend: Es hängt davon ab. Was aber geht, ist zu erklären, wovon genau — und welche Posten in Angeboten regelmäßig fehlen.

·6 Min. Lesezeit·Selin Kartal

Was ein Shopify-Shop wirklich kostet

Die drei Kostenblöcke

Ein Shop kostet an drei Stellen Geld, und sie werden gern durcheinandergeworfen. Erstens die einmalige Umsetzung. Zweitens die laufenden Plattformkosten. Drittens das, was danach kommt: Pflege, Änderungen, Marketing.

Wer nur den ersten Block vergleicht, vergleicht Angebote, die nicht vergleichbar sind. Ein Shop für 2.000 Euro, der monatlich 300 Euro an Apps frisst, ist nach einem Jahr teurer als einer für 5.000 Euro ohne App-Abos.

Was die Umsetzung kostet

Für einen professionell aufgesetzten Shopify-Shop liegt der Einstieg bei etwa 5.000 Euro. Darin steckt die Einrichtung, ein an die Marke angepasstes Theme, die Produktstruktur, Zahlungs- und Versandeinrichtung sowie die rechtlichen Pflichtseiten.

Geht es um individuelle Entwicklung — eigene Liquid-Bausteine, Schnittstellen zu Warenwirtschaft oder Kasse, besondere Funktionen im Bestellprozess — beginnt das bei etwa 3.500 Euro zusätzlich, je nach Umfang.

Nach unten gibt es Luft: Wer ein Standard-Theme nimmt, wenige Produkte hat und auf Sonderfunktionen verzichtet, kommt günstiger weg. Nach oben ebenfalls, vor allem bei großen Sortimenten oder Anbindungen an bestehende Systeme.

  • Shop-Einrichtung mit angepasstem Theme: ab etwa 5.000 Euro
  • Individuelle Liquid- und App-Entwicklung: ab etwa 3.500 Euro
  • Reine Business-Website ohne Shop: ab etwa 2.000 Euro

Die laufenden Kosten

Shopify kostet eine monatliche Grundgebühr, gestaffelt nach Tarif. Die aktuellen Preise stehen bei Shopify selbst und ändern sich gelegentlich — deshalb steht hier bewusst keine Zahl, die in einem halben Jahr falsch wäre.

Dazu kommen Transaktionsgebühren des Zahlungsanbieters. Und Apps: Bewertungen, E-Mail-Marketing, Abo-Funktionen, Rabattlogik. Jede einzelne wirkt günstig, in Summe entsteht schnell ein dreistelliger Monatsbetrag.

Mein Rat an dieser Stelle ist unspektakulär: Jede App muss sich rechnen lassen. Wenn niemand sagen kann, welchen Umsatz sie bringt, gehört sie nicht in den Shop.

Die Posten, die in Angeboten fehlen

Vier Dinge tauchen in günstigen Angeboten selten auf und kosten hinterher trotzdem Geld.

  • Produktdaten: Texte, Bilder, Varianten und Maße. Bei 200 Artikeln ist das mehr Arbeit als der Shop selbst.
  • Rechtliches: Impressum, Datenschutz, Widerruf und Versandangaben, die zum tatsächlichen Ablauf passen.
  • Migration: Wer von einem bestehenden Shop kommt, muss Bestellungen, Kunden und vor allem URLs mitnehmen. Ohne Weiterleitungen sind die Rankings weg.
  • Einweisung: Wenn danach niemand im Betrieb den Shop pflegen kann, entsteht bei jeder Kleinigkeit eine Rechnung.

Woran du ein seriöses Angebot erkennst

Ein belastbares Angebot benennt den Umfang, nicht nur den Preis: Wie viele Produkte, welche Vorlagen, welche Schnittstellen, wie viele Korrekturschleifen. Steht das nicht drin, verschiebt sich die Diskussion später auf Nachträge.

Und es sagt, was danach passiert. Bei mir sind drei Monate Support nach dem Launch enthalten, Domain und Quellcode laufen auf den Kunden. Das ist kein Entgegenkommen, sondern der Normalfall, den du überall verlangen solltest.

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